Die Qual der Wahl: Der perfekte Gummi für die Ducati Multistrada V4 S & Co.

Wer 170 PS in einer Reiseenduro wie der Ducati Multistrada V4 S bändigt, weiß: Die Verbindung zwischen Hightech-Fahrwerk und dem Asphalt ist kaum breiter als eine Kreditkarte. Doch welcher Reifen passt zu deinem Mission-Profil? Wir haben den Check gemacht – vom Kurvenräuber bis zum Weltenbummler.

Die moderne Reiseenduro ist die eierlegende Wollmilchsau der Motorradwelt. Besonders die Ducati Multistrada V4 S markiert hier die Speerspitze: Sie kann entspanntes Touring, aggressives Angasen auf der Hausstrecke und – mit den richtigen Rädern – auch den Abstecher in den Dreck. Doch genau diese Vielseitigkeit stellt uns vor ein Problem: Den „einen“ Reifen für alles gibt es nicht. Wer die Physik überlisten will, muss wissen, wo seine Prioritäten liegen.

1. Die Kategorie „90/10“: Fokus Performance & Touring

Wenn deine Multistrada den Dreck nur sieht, wenn du in eine ungepflasterte Hotelauffahrt biegst, ist ein reiner Straßenreifen sicherlich die beste Wahl.

  • Charakter: Diese Reifen bieten maximalen Grip in Schräglage, kurze Aufwärmphasen und hohe Stabilität bei Autobahntempo (über 200 km/h).
  • Unsere Empfehlung: Der Pirelli Angel GT II oder der Michelin Road 6.
  • Warum für die Multi? Die V4 S giert nach Präzision. Ein Tourenreifen mit Sport-Genen unterstützt das semi-aktive Skyhook-Fahrwerk optimal und sorgt für ein neutrales Einlenkverhalten, das man sonst nur von Superbikes kennt. Ebenfalls von Vorteil bei Tourenreifen: Auch bei kalten und/oder nassen Verhältnissen haben diese in der Regel ausreichend Grip-Reserven.

2. Die Allrounder: „80/20“ oder „70/30“

Hier beginnt das echte „Adventure“-Gefühl. Diese Reifen haben ein gröberes Profil, funktionieren aber auf der Straße erstaunlich gut.

  • Charakter: Gute Eigendämpfung und genug Profilnegativanteil, um auf Schotterwegen (Strade Bianche!) Traktion zu finden, ohne auf nasser Straße wegzuschmieren.
  • Top-Kandidat: Der Pirelli Scorpion Trail II (oft Erstausrüstung bei Ducati). Er ist der perfekte Kompromiss. Wer etwas mehr Offroad-Optik will, ohne auf Performance zu verzichten, greift zum Dunlop Trailmax Meridian oder dem Continental TrailAttack 3.
  • Praxis-Tipp: Diese Reifen sind ideal für den Alpenpass, bei dem hinter der Scheitelhöhe plötzlich der Asphalt endet.

Dauert der Ausflug ins Gemüse jedoch länger oder ist mit Sand und Matsch zu rechnen, kommen die 80/20 Reifen bauartbedingt schnell an ihre Grenzen.

3. Für echte Entdecker: „50/50“ Mix

Du planst eine Tour wie unsere Himalayan Odyssey oder willst den TET (Trans Euro Trail) unter die Räder nehmen? Dann muss Grobstolliges her.

  • Charakter: Massive Profilblöcke, die sich in weichen Untergrund graben. Auf der Straße muss man hier Abstriche beim Abrollgeräusch und der Zielgenauigkeit machen.
  • Favoriten: Der Metzeler Karoo 4 oder der legendäre Continental TKC 80. Auch der Bridgestone AX41 harmoniert überraschend gut mit der Ducati.
  • Achtung: Bei der Multistrada V4 S sorgt das 19-Zoll-Vorderrad für eine gute Auswahl, aber bedenke: Die brachiale Gewalt der 170 Pferde radiert weiche Stollen auf heißem Asphalt in Rekordzeit weg.

Das Fazit der Redaktion

Die Wahl des Reifens entscheidet darüber, ob sich deine Multistrada wie ein Sportler auf Stelzen oder wie ein echter Weltenbummler anfühlt.

Unsere Empfehlung für 2026: Wer meistens auf der Straße bleibt, aber den Look und die Sicherheit für Feldwege will, ist mit dem neuen Pirelli Scorpion Trail III am besten bedient. Er vereint die Sport-Karkasse der Straßenreifen mit einer Optik, die nach Abenteuer schreit.

Bevor ihr den nächsten Satz aufziehen lasst: Hinterfragt euer Profil ehrlich. Fahrt ihr wirklich Offroad oder wollt ihr nur, dass es so aussieht? Die Multistrada V4 S verdient einen Reifen, der mit ihrem elektronischen Gehirn Schritt halten kann.

Was sind eure Erfahrungen? Schreibt uns in die Kommentare oder schickt uns Bilder von euren Touren auf Instagram!


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