Touratech Active Adventure 2025 – Auf Schotterwegen zwischen Glatten und Geisingen

Auftakt in Niedereschach

Es beginnt, wie es immer beginnt: Am Donnerstagabend in Niedereschach, wenn sich die Schar von Abenteurern rund um den Touratech-Stammsitz zum Fahrerbriefing versammelt. Im Hof parken dicht an dicht die großen GS-Modelle, Africa Twins und Tigers, doch dazwischen blitzen in diesem Jahr auch einige kleinere Maschinen auf – KTM 390 Adventure, BMW G 310 GS und Royal Enfield Himalayan 450. Ein spannender Kontrast, auch wenn die Big Bikes wie gewohnt den Ton angeben.

Noch während die Sonne langsam hinter dem Schwarzwald versinkt, steigen die ersten Rauchfahnen vom Eventplatz an der Touratech-Zentrale auf. Und auch den Campingplatz gibt es dieses Jahr wieder: eine weitläufige Wiese, auf der Zelte, Motorräder und Expeditionsmobile ein buntes Mosaik bilden. Wer nicht schon beim Aufbau der Lager und Zelte ins Gespräch kommt, trifft spätestens am Lagerfeuer auf Gleichgesinnte. Ein kühles „Stiefelbier“ in der Hand, Benzingespräche im Ohr – die Mischung aus Abenteuer und Gemeinschaftsgefühl ist spürbar.

Erste Herausforderung: Station Glatten

Der Freitagmorgen bringt den ersten Ernstfall: Helm auf, Handschuhe an, und dann raus auf die Stationen. Zwölf sind es insgesamt, jede mit ihrem eigenen Charakter. Und doch sticht gleich zu Beginn ein Klassiker heraus: die Station in Glatten. Ein alter Steinbruch, dessen Geröllhänge nichts verzeihen. Hier zeigt sich, wer sein Motorrad im Griff hat – oder wer lernt, dass eine BMW R 1300 GS Adventure auch mal sanft ins Kiesbett sinken darf. Freiwillige der örtlichen Vereine reichen helfende Hände, während die Fahrer im Staub und mit schweißnassen Gesichtern den nächsten Anlauf wagen. Es ist genau diese Mischung aus Herausforderung und gegenseitiger Unterstützung, die das Adventure so besonders macht.

Motocross-Action in Hornberg

Während sich die Sonne ihren Weg durch die Wolken bahnt, trocknet die Motocross-Strecke in Hornberg ab. Jetzt heben selbst die Schwergewichte ab, die Federungen knallen durch, und im Fahrerlager brandet Jubel auf, wenn jemand den Mut findet, mit vollem Gepäck über einen Kicker zu jagen. Abends dann das gewohnte Ritual: Zelte, Lagerfeuer, Geschichten von Erfolgen und missglückten Manövern. Und wieder: das Stiefelbier.

Höhepunkt auf über 900 Metern: Geisingen

Der Samstag bringt die große Belohnung: Geisingen. Schon die Auffahrt auf über 900 Meter Höhe ist ein Erlebnis, und oben öffnet sich der Blick bis zu den Alpen. Was folgt, ist eine Strecke, die das volle Repertoire verlangt: enge Singletrails, rutschige Walddurchfahrten, tiefer Sand und zäher Schlamm. Wer hier sauber durchkommt, darf sich selbst auf die Schulter klopfen. Für viele ist Geisingen der Höhepunkt des gesamten Wochenendes – fahrerisch anspruchsvoll und landschaftlich ein Traum.

Schrauben, Staunen, Weitermachen

Zurück in Niedereschach bleibt Zeit für Schraubereien in der Touratech-Werkstatt, wo verbogene Lenkerenden und aufgerissene Reifen geflickt werden. Am Abend schließen packende Reisevorträge den Tag ab, bevor es wieder zum Zeltplatz geht. Dort, wo das Lagerfeuer knistert, der Rauch in die Jacken zieht und man mit müden Knochen, aber breitem Grinsen in die Nacht hineinsitzt.

Nach zwei intensiven Tagen bleibt die Erkenntnis: Das Touratech Active Adventure ist kein Wettbewerb, sondern ein Gemeinschaftserlebnis. Steinbruch, Schlammloch und Singletrail sind die Prüfungen – doch die eigentliche Erinnerung bleibt das Lachen am Feuer, das Klingen der Bierflaschen und der Gedanke: Nächstes Jahr, da sehen wir uns wieder.

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