Abenteuer Himalaya: Mit Royal Enfield über das Dach der Welt

Die Himalayan Odyssey 2025

Vorwort

Diese Reportage ist mehr als ein Reisebericht.

Sie ist eine Erinnerung. Eine Spur im Staub. Ein Echo aus den Bergen.

Die Royal Enfield Himalayan Odyssey 2025 war keine gewöhnliche Reise – sie war ein Aufbruch. In Höhen, die kaum zu fassen sind. In Landschaften, die einem den Atem nehmen – im wörtlichsten Sinne. Aber vor allem: in mich selbst.

Ich bin mit dem Motorrad an meine Grenzen gegangen. Körperlich, mental, emotional. Ich habe geschwitzt, gefroren, geflucht – und gleichzeitig gestaunt, gelacht und gelebt wie selten zuvor.

Ich durfte eine Maschine fahren, die mich getragen hat. Ich durfte Menschen treffen, mit denen ich verbunden bin, ohne ein Wort zu brauchen. Und ich durfte Landschaften erleben, die man nicht einfach „schön“ nennt – sondern ehrfürchtig anschaut und dann schweigt.

Dieser Text ist für alle, die verstehen, dass Freiheit manchmal dreckig ist. Dass das Leben auf zwei Rädern intensiver sein kann als jede Fünf-Sterne-Luxusreise. Und dass man manchmal ganz weit wegfahren muss, um sich selbst ganz nah zu kommen.

Danke, dass du diese Reise mit mir teilst.

Vielleicht – irgendwann -fährst du sie selbst.

Meli Schönbrodt

Prolog – Wenn Freiheit nach Staub schmeckt

Es gibt Orte auf dieser Welt, die lassen sich nicht googeln. Nicht wirklich. Du kannst sie auf der Karte finden, ihre Koordinaten abspeichern, vielleicht sogar ein paar Blogartikel lesen – aber verstehen wirst du sie erst, wenn du dort warst. Wenn du sie gerochen, geschmeckt, geschwitzt hast. Der Himalaya ist so ein Ort. Majestätisch. Brutal. Unvergesslich.

Als ich gefragt wurde, ob ich an der Royal Enfield Himalayan Odyssey 2025 teilnehmen wolle, hatte ich keine Ahnung, worauf ich mich einließ. Ich wusste nur: Ich wollte hoch hinaus. Ganz hoch. Über 5.000 Meter, durch Geröll, Flüsse, Schnee und Staub. Auf einem Motorrad. In einer der extremsten Regionen der Welt.

Klingt nach Abenteuer? Das war es auch. Aber anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Härter. Menschlicher. Tiefer.

Teil 1:

Delhi – zwischen Welten, Wundern und Wahnsinn

Indien empfängt dich nicht mit offenen Armen. Es wirft dich mitten hinein. In eine Welt, die riecht, brummt, hupt und pulsiert. Delhi ist ein Organismus aus Millionen von Einzelteilen – Autos, Menschen, Kühen, Essensständen, Elektrizitätsmasten und bunten Saris. Ein Chaos, das funktioniert.

Ich lande mit leichtem Jetlag und schwerem Rucksack. Mein Ziel: Chandigarh, rund fünf Stunden nördlich von Delhi. Dort treffen sich 70 Abenteurer aus aller Welt – sie alle haben sich auf das eingelassen, was auch mich antreibt: 16 Tage auf Royal Enfields durch den Himalaya.

Zwei Gruppen werden gebildet: SPITIT-, und ZANSKAR (2 Regionen im Himalaya). Ich lande bei ZANSKAR. Später wird mir klar: „entspannt“ bedeutet hier nicht „gemütlich“. Es bedeutet: spirituell, kameradschaftlich, gelassen im Chaos. Oder zumindest bemüht.

Bevor es losgeht, erhalten wir medizinisches Training: Höhenkrankheit, Dehydrierung, Stürze. Alles realistische Gefahren. Danach: Briefing. Und dann… Stille.

Buddhistische Mönche schreiten zwischen unseren Motorrädern entlang, segnen uns mit leisen Mantras und orangefarbenen Bändern. Ein Moment der Ruhe, des Respekts. Dann starten wir die Motoren. Die Reise beginnt.

Durch den Monsun – und mitten hinein in die Essenz Indiens

Es ist Juli. Monsunzeit. Das bedeutet: Wasser von oben, von unten, von allen Seiten. Schon die ersten Kilometer auf dem Highway sind eine Lektion in Geduld, Balance und feuchter Realität.

Die Straßen verwandeln sich in Flüsse. Ich fahre durch Wasser, das mir bis zur Wade reicht. Überall Menschen, die ihr Leben einfach weitermachen. Hupen. Lächeln. Ausweichen.

Unsere Motorräder, allesamt Royal Enfield Himalayan 450, sind gemacht für solche Bedingungen. Kein überzüchteter Hightech-Bolide. Sondern ein ehrliches, robustes Bike mit Charakter. Ich beginne, ihr zu vertrauen. Und mir selbst auch ein wenig mehr.

Am Abend erreichen wir Manali – ein verschlafener Ort mit Schafherden, regennassen Gassen und dampfenden Chai-Ständen. Dort trocknet die Kleidung nie wirklich. Aber die Seele schon ein bisschen.

Dies ist Teil 1 eines mehrteiligen Reiseberichts aus dem Himalaya von Meli Schönbrodt (Kettenöl & Ravioli). Die weiteren Teile werden jeweils Mittwoch- und Samstagabend um 18 Uhr veröffentlicht. Wenn dir die Reisegeschichte gefällt oder du ein ähnliches Abenteuer erlebt hast, du Fragen an den Autor oder uns hast, dann lass uns gerne einen Kommentar da oder schreib eine Email.

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