Yamaha MT09 Y-AMT – Hand angelegt
Für 2025 hat Yamaha sein neues automatisiertes Schaltgetriebe Y-AMT auch seinem beliebten Nakedbike MT-09 und der Mo-Redaktion als Dauertester mitgegeben. Der Auftakt liefert dann auch die Möglichkeit, sich nicht nur mit der Schaltautomatik, sondern auch mit den Änderungen zum aktuellen Modelljahr auseinanderzusetzen.
Einerseits sind die Bedingungen in Deutschland Ende Dezember/Anfang Januar zugegebenermaßen nicht ideal, um mit einem rassigen Nakedbikes auf Kurvenjagd zu gehen, andererseits sind die Straßen auch bei trockenem Wetter und Sonnenschein zwisschen Weihnachten und Neujahr herrlich leer und laden dazu ein, sich, dick eingepackt, auf eine Tour mit einem brandneuen Motorrad zu begeben.
Die letzten Kekse sind noch übrig, der Rest vom Festtagsbraten hat sich noch nicht auf den Hüften manifestiert, als ich mich von der anwesenden Familie kurz davonschleiche, um einen Blick in die Garage zu werfen. Dort steht die gesichtsgestraffte MT-09 und unwillkürlich fällt der Blick auf die linke Seite, auf der nicht nur der Kupplungshebel, sondern auch das Fußpedal für die Schaltung fehlt. Bei einer Honda wäre das nach einigen Jahren erfolgreicher DCT-Technologie nicht verwunderlich, bei Yamaha ist es erstmal ein ungewohnter Anblick. Auch beim ersten Losfahren ist das Gefühl der fehlenden Kupplung erstmal gewöhnungsbedürftig, einige Tritte in die Leere später verflüchtigt sich das Gefühl jedoch. Denn der der Schaltautomat verrichtet seine Sache schon im regulären Modus D sehr ordentlich. Die Schaltzeitpunkte passen alle, in Schräglage wird nicht geschaltet und wer den Gashahn voll aufdreht, sitzt sofort auf einer zwei Gänge runtergeschalteten Kanonenkugel, denn der Schaltautomat steht dem ungeheuren Punch des CP3 nicht im Weg. Im Gegenteil, im sportlicheren Modus D+ stellt sich der Eindruck ein, das man sich als Fahrer noch mehr auf weniger Dinge konzentrieren und die Fahrt genießen kann. Gas geben, Bremsen, Linienführung. Derart reduziert verspricht die Yamaha MT-09 Y-AMT spätestens ab Frühjahr in den deutschen Mittelgebirgen eine ganze Menge Spaß. Ein Sonderlob hemst sich Yamaha noch für das sehr gelungene Display samt Konnektivität ein. Mit 5-Zoll ist das Display zwar nicht besonders große, lässt sich jedoch jederzeit gut ablesen, verbindet sich zügig und zuverlässig mit dem Smartphone und kann seit diesem Modelljahr im Zusammenspiel mit einer entsprechenden App auch Kartennavigation via Garmin. Im Test hat das ausgesprochen gut und zuverlässig funktioniert. Wer mit einem Kommunikationsgerät am Helm unterwegs ist, kann sich zusätzlich die Anweisungen dort aussprechen lassen, Musik steuern oder Telefonate führen.
Dass so viel moderne Technik nicht jedem gefällt ist klar und auch nicht ganz unberechtigt. Ich habe die Maschine nach den Testfahrten für einige Tage stehen lassen, kam ans Bike zurück und siehe da – Batterie leer. Ohne Schalthebel oder Kupplung ist das rangieren mit eingelegtem Gang dann nahezu unmöglich. Auch die Tatsache, dass die Batterie so schnell entladen war, ist zumindest lästig.
Fazit
Dass Yamaha den CP3 Motor um das Y-AMT auch in der MT-09 ergänzt wird nicht jedem gefallen, funktioniert aber erstaunlich gut. Das Fehlen der Hebel ist nach kurzer Eingewöhnung höchstens bei kalten Temperaturen und schwächelnder Batterie ein Problem und wer dennoch manuell schalten will, kann das ja per Schaltknöpfen tun oder direkt wie gewohnt das manuelle 6-Gang-Getriebe bestellen. Der Preis für die Yamaha MT-09 beträgt 11.249 Euro ohne Y-AMT. Die Schaltautomatik ist für 500 Euro Aufpreis erhältlich.



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